(Deutsch) cambio feiert 30 Jahre CarSharing im Rheinland: Am Anfang war alles noch improvisiert

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Titelbild final mit 30-Jahre-Logo:

cambio feiert 30 Jahre CarSharing im Rheinland: Am Anfang war alles noch improvisiert
Vor 30 Jahren startete die Geschichte der Kölner CarSharing-Initiative STATTAUTO. Drei Jahrzehnte in denen im Unternehmen viel passiert ist. Durch den Zusammenschluss mit anderen CarSharing-Pionieren am Anfang des Jahrtausends wurde aus STATTAUTO der Kölner Ableger der cambio-Gruppe: cambio Köln. Mit der Ausbreitung in neun weitere Städte entstand bis heute ein Angebot bis weit über die Kölner Stadtgrenzen hinaus – aus cambio Köln wurde cambio Rheinland.
Im April 1992 setzten sich drei Gleichgesinnte aus Köln zusammen, um ihre Vision einer lebenswerteren Stadt umzusetzen. Damals wie heute war die Vision, die Autos besser auszulasten und so die Stadt vom Blech zu befreien. Und wie konnte man das besser erreichen als sich die Autos zu teilen?
Den Anfang machten zwei CarSharing-Autos
Zu Beginn startete das Kölner CarSharing-Angebot mit zwei Fahrzeugen und 10 CarSharing-Nutzer*innen. Ein Opel Astra und ein Opel Corsa wurden auf dem Hof eines Taxi-Anbieters in Köln-Ehrenfeld geparkt. Im Büro hing ein Holzkästchen mit den Autoschlüsseln und einer Liste auf Papier, um die Ausleihzeiten der Fahrzeuge einzutragen. Alle Nutzer*innen hatten einen Schlüssel, die Ausleihe lief größtenteils in Eigenregie. Dies war die Geburtsstunde des geteilten Autos in Köln.

BU: Die ersten CarSharing-Autos waren damals noch unter dem Namen STATTAUTO Köln unterwegs.
Am Anfang der 1990er Jahre war ein eigenes Auto noch ein größeres Statussymbol als heute. Für die meisten Menschen war das Autoteilen eine Lösung für Menschen, die sich kein eigenes leisten konnten. Dennoch entwickelte sich langsam aber stetig eine kleine CarSharing-Community, die sich als Pioniere verstanden und immer mehr Mitstreiter gewannen.

BU: Schon immer ist gemeinschaftliches CarSharing mehr gewesen als das schlichte Autoteilen: Das erstes offizielle Pressefoto der STATTAUTO Köln im Jahr 1992.
Um zu wachsen, brauchte es Entwicklungen: Eine Holzbox mit Schlüsseln und eine Liste auf Papier konnte keine Dauerlösung sein, um die Fahrzeuge mehr Menschen zugänglich zu machen. Um das Angebot bekannter zu machen, brauchte es eine zentrale und gemeinsame Sprache. So sollten einerseits mehr Interessenten auf das CarSharing aufmerksam gemacht werden, anderseits sollten auch die Stadtverwaltungen überzeugt werden, damit sie das Autoteilen unterstützen.
Zugang und Buchung wurden einfacher
Im Laufe der Jahre kamen mehr Stationen und Fahrzeuge hinzu. Die ersten Schlüsseltresore wurden noch selbst hergestellt und jede*r Kund*in bekam einen eigenen Schlüssel. Neu war damals das erste elektronische Buchungssystem.

BU: Prototyp eines Schlüssel-Tresors Mitte der 1990er Jahre.
Kurz vor der Jahrtausendwende wurden die Klein-Tresore durch modernere Wandtresore ersetzt, die mit einer Chipkarte geöffnet werden konnten. Darin war Platz für mehrere Autoschlüssel.

BU: Einer der ersten Wandtresore an der Station MAAS Ende der 1990er Jahre.

BU: Ein Mitgliedsausweis von 1996 zeigt die schnellen Veränderungen im CarSharing-Betrieb, die händisch nachgetragen wurden. Er ist ein wunderbares Zeugnis davon, wie sich CarSharing seit den Anfängen im ständigen Wandel befindet. So änderten sich Fahrzeugmodelle, Telefonnummern und Adressen. All das wurde penibel auf dem damaligen Mitgliedsausweis vermerkt.
Für die Kundschaft wurde STATTAUTO bequemer erreichbar: Als Untermieter des VCD konnte das erste Kundenbüro am Krefelder Wall im Kölner Agnesviertel bezogen werden.

BU: Das erste Büro im Kölner Agnesviertel.

Die Kundschaft wuchs und dennoch war die Gemeinschaft eng verbunden und so wurden auch Sommerfeste gemeinsam gefeiert.

BU: Ein vergnügliches Sommerfest zusammen mit Kölner cambio-Kund*innen.
Gegen Ende der 1990er Jahre musste das CarSharing professioneller zu werden, um weiter wachsen zu können. Die Technik musste bedienerfreundlicher, Buchungssysteme einfacher und für die größer werdende Kundenzahl ausgelegt werden. Eine einheitliche Marke und ein einheitliches Auftreten sollten auch den Fahrzeugeinkauf einfacher und kostengünstiger machen.
Zusammenschluss mit anderen CarSharing-Pionieren
Der nächste logische Schritt war der Zusammenschluss mit weiteren CarSharing-Pionieren im Jahr 2000. STATTAUTO Köln, StadtteilAuto Aachen und StadtAuto Bremen machten von nun an gemeinsame Sache und gründeten die cambio-Gruppe. Die Marke cambio CarSharing war geboren und aus STATTAUTO Köln wurde cambio Köln. Seither gibt es unter der neuen Marke cambio CarSharing einen gemeinsamen Internetauftritt, eine gemeinsame Software, einen zentralen Einkauf und eine Buchungs-Hotline, die rund um die Uhr erreichbar ist.
BILD: Logo STATTAUTO -> cambio?
Neue cambio-Zentrale in der Maastrichter Straße
Damals war das cambio-Büro in der Krefelder Straße untergebracht. Aber auch diese Räumlichkeiten waren mittlerweile zu klein und so zog cambio in die Maastrichter Straße im Belgischen Viertel, wo noch die Kölner Zentrale sitzt. Der größten Pluspunkte des neuen Büros: Durch die zentrale Lage ist es gut erreichbar und die neue Station MAAS befindet sich im selben Haus. Bis heute ist sie mit rund 60 Fahrzeugen die größte CarSharing-Station Europas.

BU: Schon Anfang der 2000er war die größte Kölner cambio-Station MAAS direkt neben der Kölner cambio-Zentrale mit vielen Fahrzeugen bestückt.
Mit dem Angebot wuchs auch die Anzahl der cambio-Mitarbeiter*innen: Mittlerweile arbeiten XX Menschen bei cambio. Sie kümmern sich um die Fahrzeuge, cambio-Stationen, den Kundenservice, um Rechnungen und Buchungswünsche – eben um alles, damit es bei cambio Rheinland rund läuft.
Flächendeckendes CarSharing-Netz
Seit den zarten Anfängen in Köln-Ehrenfeld bis heute ist viel passiert. Das Wachstum des Angebots beschränkte sich nicht nur auf die Verdichtung des bestehenden Kölner Stationsnetzes. So ist das CarSharing-Angebot weit über die Stadtgrenzen hinausgewachsen. über die Jahre wurden Bonn, Brühl, Dormagen, Erftstadt, Frechen, Hürth, Sankt Augustin, Siegburg und zuletzt Düsseldorf mit CarSharing à la cambio versorgt. So war es nur ein folgerichtiger Schritt, dass cambio Köln mittlerweile in cambio Rheinland umbenannt worden ist. Heute können 38.000 cambio-Kund*innen aus dem Rheinland auf 800 cambio-Fahrzeuge an XXX Stationen zugreifen.

BU: Die Entwicklung des Kölner Stationsnetzes zwischen dem Jahr 2000 und heute.
Auch die cambio-Gruppe ist gewachsen und mit dem CarSharing-Angebot in 34 deutschen und 92 belgischen Städten vertreten. Durch gemeinsame Kooperationen mit anderen CarSharing-Organisationen können die cambio-Kund*innen die CarSharing-Fahrzeuge sogar in über 360 Städten in Deutschland und Belgien nutzen. Was einst als kleine Unternehmung begann, ist heute längst zur professionellen Dienstleistung geworden. cambio ist eine feste Größe in der Region und Ansprechpartner für Kommunen, Unternehmensvertretungen und Verkehrsplanung.
Unternehmen, Behörden und Vereine nutzen CarSharing
Neben den Privatkunden nutzen heute auch viele Unternehmen, Vereine und Behörden CarSharing als praktische Alternative ohne ein eigenes Fahrzeug. Eigene Autos und Firmenfuhrparks werden abgeschafft und Fahrten insgesamt reduziert. Damit die Verfügbarkeit des Angebots stetig besser wird, arbeitet cambio Rheinland weiter am Ausbau. Neue Technologien – wie der digitale Zugang per App – machen das Angebot attraktiv für immer mehr Menschen, die auf ein geteiltes Auto setzen möchten und damit fit für die Zukunft. Immer häufiger sind die Fahrten vollelektrisch und umweltbewusst durch Ökostrom angetrieben.
Um die Herausforderungen der Klimakrise zu meistern, hat sich cambio über die Jahrzehnte als verlässlicher Partner etabliert. Und ganz allmählich nähert sich cambio immer mehr der Vision aus den Anfängen – lebenswertere Städte für Menschen, nicht für Autos.
(Text: Arne Franke | Bilder: cambio Rheinland)

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